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Schattenseiten der digitalen Welt

//Schattenseiten der digitalen Welt

Gratis-Album als eine von drei Möglichkeiten

Victor Love (Mitte) und seine Mitstreiter von Dope Stars Inc. testen ein neues Geschäftsmodell. (Bild: pd)

 

Die Musikindustrie hat das Rennen gegen Raubkopierer verloren. Eine italienische Band will Fans mit einer neuen Idee zum Bezahlen bewegen.

Von Henning Steier, NZZ Online

Knapp 25’000 Exemplare ihrer drei Alben hat die italienische Rockband Dope Stars Inc. bisher verkauft. «Wir haben dafür durchschnittlich 80 Cent pro CD erhalten», erzählt Sänger Victor Love im Gespräch mit NZZ Online. Von seiner Musik leben kann er nicht. Daher arbeitet der 30-Jährige als Systemadministrator an einer Schule in Rom. Love bezeichnet sich selbst als typisches Kind des digitalen Zeitalters: «Ich bin mit Computern und Videospielen ausgewachsen und hatte als einer der Ersten im Bekanntenkreis einen MP3-Player.» Auch auf Facebook hat sich der Musiker kurz nach dem Start in Italien angemeldet.

Plattenvertrag selbst gekündigt

Love sieht sich als Teil der Generation Flatrate, die gelernt hat, übers Internet zu kommunizieren und auf diesem Weg gratis an Medien zu kommen. Die Schattenseiten der digitalen Welt sind aber unübersehbar: «Jeder Branchenvertreter, der hofft, dass die Jugendlichen eines Tages wieder das Gros ihrer Musik kaufen werden, schätzt die Lage völlig falsch ein», ist sich der Sänger sicher. Ihren Plattenvertrag hat die Band daher im September nicht mehr verlängert. Ihr Anfang Mai erscheinendes Album «Ultrawired: Pirate Ketaware For The TLC Generation» soll frei im Netz verfügbar sein – als MP3-Version und in CD-Qualität.

Die Idee dahinter beschreibt Victor Love so: «Fans sollen nicht etwas kaufen, sondern eine Band unterstützen.» Dabei haben sie drei Möglichkeiten: Auf der Website der Musiker kann man spenden – zum Beispiel über den Dienst Flattr. Das schwedische Angebot wurde im vergangenen Jahr gestartet. Nutzer zahlen einen Betrag auf ihr Konto ein und klicken anschliessend auf Flattr-Buttons, die Website-Betreiber platziert haben. Am Monatsende wird die Gesamtsumme durch die Anzahl der Klicks geteilt und den Empfängern gutgeschrieben. Der Dienst wird bisher vor allem von Bloggern benutzt.

CD-Verkäufer hinter der Bühne

Die zweite Idee der Band sieht vor, dass Fans das Album auf der Website kaufen. Die Hülle enthält aber nur das Booklet und einen Rohling. Anschliessend lädt man die Musik herunter. Dadurch sollen sich die Produktionskosten so stark senken lassen, dass man die CD für vier Euro plus Versand verkaufen kann. Überdies können Interessenten 10, 20 oder 25 Alben erwerben und diese weiterverkaufen. Dafür erhalten sie zwischen 1,50 und 4,70 Euro pro Album. Ausserdem bekommen sie kostenlos Zugang zum Backstage-Bereich und spezielle Fan-Artikel.

«Keine Independent-Band unserer Kragenweite kann ausschliesslich von Konzerten leben», sagt Victor Love, der nicht schätzen mag, ob die Idee Erfolg haben wird. Durch das Beispiel der bekannten britischen Band Radiohead will er sich aber nicht entmutigen lassen. Diese hatte im Herbst 2007 ihr Album «In Rainbows» drei Monate vor dem Verkaufsstart zum Download ins Netz gestellt. Fans konnten so viel dafür bezahlen wie sie wollten. Die meisten spendeten allerdings nichts. «Wir bieten Fans zwei Möglichkeiten mehr als Radiohead, für unsere Musik zu bezahlen und hoffen, dass sie davon Gebrauch machen.» Er wolle sich später nicht vorwerfen, die digitale Revolution verschlafen zu haben.

Chef der Piratenpartei ist begeistert

Applaus erntet das Konzept erwartungsgemäss vom Chef der Piratenpartei Schweiz, Dennis Simonet. Er hat zum Thema gestern einen Blogeintrag verfasste und sagte zu NZZ Online: «Dope Stars Inc. zeigen Innovationsgeist und entwickeln ein nachhaltiges Geschäftsmodell, das sich mit Filesharing verträgt.» Die Musikindustrie solle es nachmachen und sich den Herausforderungen der neuen Technologien stellen.

Dass die Branche gefordert ist, wird beispielsweise dadurch belegt, dass seit dem Jahr 2000 die Umsätze der schweizerischen Musikindustrie sinken. Für 2010 liegen zwar noch keine Zahlen vor. Doch 2009 mussten die Mitglieder des Branchenverbandes IFPI einen Rückgang um 6,3 Prozent auf 167 Millionen Franken verzeichnen – knapp die Hälfte des Rekordjahres 1995. Bei physischen Tonträgern betrug der Umsatzrückgang 11,7 Prozent. Streaming- und Download-Angebote konnten diesen nicht ausgleichen. Deren Umsatz wuchs zwar von 15,5 auf 23,2 Millionen Franken. Doch diesem Wachstum stand bei den physischen Tonträgern ein Erlösrückgang um 19 Millionen Franken gegenüber. Grund für diese Zahlen dürfte vor allem sein, dass der reine Download in der Schweiz bis heute nicht kriminalisiert wurde, so dass Raubkopierer unbehelligt ihre Festplatten und MP3-Player mit Musik füllen können.

By | 2017-10-24T21:28:48+00:00 März 11th, 2011|Good 2 know|0 Comments

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